Wander-Streifzug um Begur

Sie sind hier: Wandern an der Costa Brava

Begur - Sa Riera - Playa de Pals - Pals

Ein Hauch Cuba, Dünen und Mittelalter

Anfahrt:
Nach dem Frühstück bringt uns der Bus vorbei am Palamós über Palafrugell nach Bagur.

Rückfahrt:
Wir fahren von Playa de Pals zu dem im Landesinneren gelegenen Örtchen Pals, wo wir einen kleinen Stopp machen. Danach fahren wir über Palamós wieder nach Playa de Aro.

Wanderung und Wanderweg

Die heutige Wanderung beginnt in Begur, zunächst laufen wir durch die Altstadt und erklimmen die Fliehburg, wo uns eine Tolle Aussicht erwartet. Weiter führt uns der Weg über die kleinen Piraten- und Schmugglerpfade Richtung Küste von Begur. Wir haben immer wieder schöne Aussichten auf das blaue Meer. Wir kommen nach sa Riera, einer kleinen Bucht wo wir in einem Cafe oder einer Bar einkehren können. Weiter geht es auf dem Camí de Ronda nach Playa de Pals, jetzt ist es nur noch flach und wir erinnern uns wegen der Dünen an die Nordsee.

Bagur (span. Bagur):
Ist ein sehr schön erhaltenes Dorf, das, obgleich am Meer gelegen, von dort nicht zu sehen ist, da es sich nur nach Westen öffnet und zum Meer hin von einem kleinen Höhenzug geschützt wird. Es war schon immer ein Anziehungspunkt für ein "buntes Völkchen", erst recht in den wilden 60ern. Aber auch schon vor dem Krieg lebten hier Künstler etc., unter anderem die wohl bekannteste Flamenco-Tänzerin Carmen Amaya. Der auffallendste Punkt ist sicher der Burgberg über der Stadt, heute nur noch "rekonstruiert", da diese bereits im 15. Jahrhundert zerstört und 1810 in den Neapol. Kriegen endgültig gesprengt wurde. Weiter gilt Bagur als die Stadt der "Indios", Menschen die im 19. Jahrhd. nach Cuba gingen, um dort ihr Glück zu suchen. Kamen sie erfolgreich zurück - was meistens der Fall war - ,so bauten sie sich auffällige Häuser mit großen Loggien, die sie bunt ausmalten mit ihren Erinnerungen an die Karibik, heute noch vereinzelt zu sehen. Dazu ein kleines "Kuriosum": noch bis Anfang des 20.sten Jahrhd. gab es eine regelmäßige Schiffsverbindung Havanna - New York - Barcelona - Cadaques und die Menschen an der Küste bestellten ihre Möbel in Havanna, da das bequemer war wie im Hinterland, wo alles erst über die Berge geschafft werden mußte. Wer sich für die Fauna, Flora und Geologie dieser Gegend interessiert, der sollte das Mas d`en Pinc besuchen!

Pals: (leitet sich ab von Palus / Sumpf)
Dieser Ort wurde sicher so bekannt, weil er als erster schon in den 50ern von Liebhabern vor dem Verfall gerettet wurde, die damit begannen, die teilweise bereits verfallenen Häuser aufwendig herzurichten, unter Verwendung des gewohnten Baumaterials - in diesem Fall des "Stein`s des Landes", einem nicht zu harten eher sandigen Steins mit seiner zur Aprikosen-Farbe neigenden Tönung, was ihm einen warmen "Charakter" verleiht, besonders auffällig bei nächtlicher Beleuchtung zu beobachten. So sehen wir den Ort heute sicher in einem in seiner tausend-jährigen Geschichte niemals so perfekt gewesenen Zustand - eine Freude für das Auge. Schon wenn man den alten Kern des Ortes betritt staunt man über die hohe Bauqualität des ersten Gebäudes - can la Pruna - heute das Orts-Museum, früher im 15. und 16. Jahrhundert ein mit allen Verteidigungs-Notwendigkeiten ausgestattetes Haus, auf festem Fels gegründet. Im Pedro , dem alten Kern des Ortes überrascht die gotische St. Peters-Kirche, teilweise mit Steinen der alten Befestigungsmauer aus- und umgebaut auf sicher älteren Fundamenten. Aber alles wird überragt vom Torre de les Hores - dem Turm der Stunden, also Glockenturm - einer der Zeugen einer alten Festung aus dem 15. Jahrhundert, die auf Befehl König Joan II. geschliffen wurde. Weitere Zeugen einer lang zurückliegenden Geschichte sind verschiedene Wehrtürme und Teile der alten Stadtmauer, die man zum Mirador Josep Pla, dem wohl bekanntesten Catal. Schriftsteller des Baix Emporda, durchschreitet, um einen überwältigenden Blick auf diese einmalige Landschaft zu genießen: " Eine Landschaft von unbeschreiblicher Schönheit, die beste Landschaft Katalonien`s!" nach seinen eigenen Worten. Hier erkennt man auch, daß Pals einmal wie eine Insel mitten in einem großen See und Sumpfgebiet lag - bis ins 16. Jahrhundert. Die Reisfelder von Pals vor dem Berg-Massiv des Montgri, angrenzend an den Ter, der das Wasser für die notwendige Bewässerung herbeischafft, lassen uns ahnen, wie es einmal gewesen sein könnte.

Wanderweg

Länge: 11 km
Höhendifferenz: 233 m
Gesamtanstieg: 119 m
Gesamtabstieg: 314 m

Wer von Begur aus nicht laufen möchte, kann bis nach Playa de Pals mit fahren.

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